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Vortrag: Burn out – nur eine Modekrankheit? PDF Drucken
Dienstag, den 17. März 2009 um 16:54 Uhr

katharinaneubacherAm 25.02.2009 referierte Katharina Neubacher, Psychologische Lern- u. Lebensberaterin aus Remscheid,
zum Thema „
Burn out – nur eine Modekrankheit?"

Wer nicht brennt, kann auch nicht ausbrennen !

Im Jahr 1974 wurde der Ausdruck Burn out von dem in Amerika lebenden
deutschstämmigen Psychoanalytiker Herbert Freudenberger geprägt.

Seinerzeit 1974 galten hauptsächlich Personen in helfenden und sozialen
Berufsgruppen als besonders gefährdet; heutzutage kann Burn out in
jeder Berufsgruppe vorkommen.


Besonders gefährdet sind:
- Lehrer
- Pflegeberufe
- Ärzte und Therapeuten
- Selbstständige
- leitende Angestellte
- Frauen in Doppelbelastung

In den Klassifikationen der WHO gibt es keine einheitliche Definition des Burn out Syndroms;
d.h. Burn out ist keine wirklich anerkannte Krankheit.

Der Begriff bezeichnet vielmehr einen Zustand von tiefer

- körperlicher
- emotionaler und
- geistiger Erschöpfung
- reduzierter Leistungsfähigkeit
- evt. Depersonalisation

entstanden aus einer hochkomplexen Situation infolge einer Diskrepanz
zwischen Erwartung und Realität.


Interne und externe Faktoren, die Burn out begünstigen können:

Routine Arbeiten ohne persönliche Weiterentwicklung
Quantitative und qualitative Arbeitsbelastung (Papierkrieg, Rollenkonflikt)
Übermäßige Kontrolle durch den Vorgesetzten
Hoher Arbeitsdruck bei geringen persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten
(Hamsterradsyndrom)
Stress in der Familie
Keine Freunde
Instabile Partnerschaft

Häufige Komorbidität: Suchterkrankungen wie Alkohol, Nikotin, Tabletten; Depression

7-Phasen-Modell des Burn out: (in Anlehnung an die Modelle von Burisch und Jörg-Peter Schröder)

Burn out ist ein Prozess, der oftmals schon viele Jahre andauert, bevor die
Betroffenen die Symptomatik ernst nehmen und sich auf den Weg der
Veränderung/Besserung machen. Allerdings: je länger ein Individuum in einen
Burn out hineinfährt, genauso lange dauert es auch, wieder herauszukommen;
Es gibt keine Sofortlösungen oder gar eine „Pille", die die Symptomatik wegzaubert.
Starke Verleugnungs- und Verdrängungsmechanismen verhindern oft einen
schnellen Ausstieg aus der Burn out Spirale/Verbesserung der Symptomatik !

Die Phasen lassen sich einteilen in Idealistische Begeisterung, Rückzug - Gefühl der Ernüchterung, Emotionale Reaktion, Abbau von Konzentration, Desinteresse, psychosomatische Reaktionen, Verzweiflung bis hin zu Suizidgedanken. Professionelle Hilfe ist hier wichtig !!!
Die Phasen gehen fließend ineinander über und nicht jedes Symptom muss auftreten.

Als Prophylaxe gegen einen Burn out bieten sich neben sportlichen Aktivitäten, gesunder
Ernährung (keine Diät) und kognitiver Umstrukturierung u.a. auch die Aneignung der 7 Prinzipien der Achtsamkeit nach Jon Kabat-Zinn an:

1. Nicht beurteilen - beobachten ohne zu bewerten
2. Geduld - jedes Ding hat seine Zeit
3. Den Geist des Anfängers wahren - mit den Augen eines Kindes sehen 4. Vertrauen - in die eigenen Fähigkeiten/Signale des Körpers
5. Nicht-Greifen - Gedanken ziehen lassen
6. Akzeptanz - bewusstes Annehmen der Situation, offen sein
7. Loslassen - Raum für Bewegung, Entfaltung, dadurch tritt Entspannung ein